Von internationalen Wegen zu lokalen Wurzeln: Die Erfolgsgeschichten der TH Lübeck Absolvent*innen

Die Technische Hochschule (TH) Lübeck feierte am Samstag, 29. März 2025 ihre 389 Absolvent*innen des Wintersemesters 2024/2025.

Person mit Blumen und Zertifikat.

Rghia Fakrun, Absolventin des Masters Biomedical Engineering, wurde bei der Graduierungsfeier von ihrem Partner Talal Al-Deek und Sohn Adam begleitet und gefeiert. Foto: TH Lübeck

Rednerin bei feierlicher Veranstaltung.

Pastorin Lilly Schaack begleitete die Absolvent*innen der TH Lübeck und ihre Familien, Freunde und Gäste durch die Graduierungsfeier. Foto: TH Lübeck

Ansprache bei Zeremonie.

Vizepräsident Jochen Abke stellt in einer humorvollen Rede die Gemeinsamkeiten zwischen den Absolvent*innen und ihm heraus, die auf den ersten Blick vielleicht nicht offensichtlich erscheinen. Foto: TH Lübeck

Redner bei feierlicher Veranstaltung.

Stadtpräsident Henning Schumann unterstreicht wie wichtig die Absolvent*innen für die Stadt sind. Foto: TH Lübeck

Zwei Personen bei feierlicher Ansprache.

Professor Tobias Knuth und André Dylong von der Fördergesellschaft der TH Lübeck überreichen die Preise an die besten Abschlussarbeiten. Foto: TH Lübeck

Gruppe bei feierlicher Zertifikatsübergabe.

Prof. Tobias Knuth, Franziska Heinke Richter, Wilhelm Frommholz, Riccardo Catena, Charlotte Will, Dustin Buddenberg, Moritz Giesenschlag, André Dylong. Foto: TH Lübeck

 

 

389 Absolvent*innen der insgesamt vier Fachbereiche der TH Lübeck waren am 29. März 2025 dazu eingeladen ihren erfolgreich abgeschlossenen Lebensabschnitt zu zelebrieren. 72 junge Menschen erlangten ihren Abschluss im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, 154 Bachelor- und Masterstudierende zählt der Fachbereich Bauwesen, 86 Absolvent*innen bringt der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik hervor und 77 Absolvent*innen beginnen einen neuen Lebensabschnitt mit einem Zeugnis aus dem Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft

Pastorin Lilly Schaack begrüßte die Absolvent*innen der TH Lübeck und ihre Familien, Freunde und Gäste mit einer freien Nacherzählung der jüdisch-christlichen Schöpfungsgeschichte. Der Weg vom Chaos zur fertigen Schöpfung. Vielleicht hat es Sie ein wenig an Ihren Weg durch das Studium erinnert. Ob man nun gläubig ist, oder nicht, ob Christ oder Muslima, Hindu oder nicht religiös, es steckt doch Weisheit in diesen alten Geschichten.

Die Pastorin versichert den Absolvent*innen: Wenn die Technische Hochschule Lübeck Sie heute graduiert, dann heißt das auch, dass Sie Ihnen es zutraut, etwas Ordnung in dieses Chaos zu bringen. (…) Forschen und fragen Sie weiter, nutzen Sie Ihr Wissen und Ihre Talente, bringen Sie ein bisschen Ordnung in das Chaos und erfreuen Sie sich besonders an all dem, was schon jetzt sehr gut ist in dieser Welt.

Unter Druck entstehen Diamanten? 

Prof. Jochen Abke, Vizepräsident für Studium und Digitalisierung vermittelt in seiner Rede, dass die Graduierten auf sich und Ihre Fähigkeiten vertrauen sollten. Sie sind heute die Hauptdarsteller. (…) Wenn ich Ihnen einen Abschluss überreichen darf, dann bin ich stolz auf meine Kolleg*innen und natürlich auf Sie. Hören Sie auf niemanden, als auf sich selbst. Jochen Abke hält wenig von Sprüchen, wie: Unter Druck entstehen Diamanten. Deshalb rät er den Absolvent*innen. Lernen Sie lebenslang, gestalten Sie unsere Zukunft, wir brauchen Sie.

Ein guter menschlicher Abschluss

Henning Schumann, Stadtpräsident von Lübeck, unterstreicht wie wichtig die Absolvent*innen für die Stadt seien: Sie haben mit Fleiß und Ausdauer an einer Hochschule studiert, die einen sehr guten Ruf hat. (…) Wir wünschen uns, dass Sie in Lübeck bleiben und die Kontakte zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft hier vor Ort noch zunehmen. Zum Schluss gibt er den Absolvent*innen etwas Persönliches mit auf den Weg: Hören Sie auf Ihr Herz. Ich kann einen noch so guten Abschluss haben, ich brauche einen guten menschlichen Abschluss und der findet im Herzen statt. Egal wo noch so ein kleines Licht brennt, hat die Dunkelheit keine Chance. Seien Sie für die Menschen, die um Sie herum sind, das Licht.

Traditionsreiche Ehrung durch die Fördergesellschaft

Traditionell wurden die besten Abschlussarbeiten geehrt. André Dylong, Vorsitzender der Fördergesellschaft der TH Lübeck, hat selbst Wirtschaftsingenieurwesen an der FH Lübeck studiert. Heute darf ich Ihnen als Vorsitzender der Fördergesellschaft etwas zurückgeben. Geehrt wurden: Franziska Heinke Richter, Maxi Gutmann, Carina Hoffmann, Charlotte Will, Dustin Buddenberg, Moritz Giesenschlag, Riccardo Catena und Wilhelm Frommholz.  

Exzellente Gründungsunterstützung 

Einen besonderen akademischen Weg ist Dr. Marleen Jennifer Wohlert gegangen. Sie wurde als Promovendin der TH Lübeck geehrt. Im Rahmen der Graduierungsfeiert stellte Wohlert ihre Arbeit mit dem Titel Exzellenz in der hochschulischen Gründungsunterstützung – eine Exploration der Erfolgsfaktoren exzellenter gründungsunterstützender Hochschulen in Deutschland vor. Gründungszentren an Hochschulen sowie beispielsweise der Gründercube auf dem Lübecker Campus würden einen elementaren Beitrag liefern, um Gründer*innen auf ihrem Weg zu unterstützen. Kurz gefasst erklärt Wohlert ihre Arbeit: Dem Ansatz folgend ‚von den Besten zu lernen‘ habe ich die Erfolgsfaktoren der besten gründungsunterstützenden Hochschulen untersucht, um hieraus konkrete Handlungsempfehlungen für eine exzellente Gründungsunterstützung abzuleiten. Wohlert bedankte sich bei ihren Wegbegleiter*innen. Sie sei dankbar für die Möglichkeit an der TH Lübeck zu promovieren und hebt unter anderem die Unterstützung durch das Professorinnenprogramm hervor.

„Unsere Wege sind vielfältig“

Fabian Schwarze, Absolvent des Studiengangs Informationstechnologie und Design berichtet von seinem langen Weg bis zum Abschluss an der TH Lübeck und ermutigt dabei. Kein Weg kann besser oder schlechter sein, da es kein allgemeingültiges Ziel gibt. Unsere Wege sind vielfältig. Wir sollten nicht sofort Unterschiede suchen und werten. Aber – und hier ist der wichtige Punkt – das bedeutet nicht, dass wir die Welt einfach so hinnehmen sollten, wie sie ist. Nicht zu werten, darf nicht bedeuten, Gleichgültigkeit gegenüber den Bedingungen der Welt zu entwickeln. Denn eine Welt, in der wir alle nur an uns selbst denken und uns in unseren eigenen Lebenswegen verlieren, ist eine ärmere.

Internationale Karriere 

Rghia Fakrun, Absolventin des Masters Biomedical Engineering, hat einen beeindruckenden Weg beschritten. In ihrem Bachelor Biomedical Engineering an der German-Jordanian University in Jordanien war ein Auslandsjahr inbegriffen, das sie an der TH Mannheim gemacht hat. In dieser Zeit entdeckte sie den Studiengang Biomedical Engineering und entschloss sich mit ihrer Familie nach Lübeck zu ziehen. Ich bin so dankbar für die Orte, an denen ich in Lübeck studiert und gearbeitet habe: an der TH Lübeck, an der Universität zu Lübeck, bei Dräger - wo ich mein Praktikum und meine Masterarbeit gemacht habe und LMT Medical Systems, wo ich jetzt arbeite. Die junge Mutter von einem kleinen Sohn schloss ihren Master mit der Note 1,0 ab. Ich bedanke mich bei all diesen wunderbaren Institutionen und Arbeitgebern in Lübeck für ihre Unterstützung und ihr großes Herz für Studierende mit Familie und Kindern. Sie haben meine Erfahrung hier in Lübeck unvergesslich und so einzigartig gemacht, sagt Fakrun.